Rexel Super Cup 2026 - Das offizielle Magazin

HSG BLOMBERG-LIPPE: VOM ÜBERRASCHUNGSMEISTER ZUM GEJAGTEN

Die Deutsche Meisterschaft 2026 war der erste nationale Titel überhaupt für die HSG Blomberg-Lippe. Mit dem Rexel Super Cup startet zudem eine Saison, in der die Lipperländerinnen erstmals in der Champions League an- treten und in der sie mit der Rolle des Gejagten zurechtkommen müssen. Historischer kann eine Saison kaum en- den: Mit dem ersten deutschen Meis- tertitel der Vereinsgeschichte hat die HSG Blomberg-Lippe im Mai ein neu- es Kapitel deutscher Frauenhandball- Geschichte geschrieben. Nach Jahren kontinuierlicher Entwicklung krönte das Team von Trainer Steffen Birkner seine beeindruckende Entwicklung mit dem Triumph in den dramatischen Play-Offs. In der Finalserie folgten auf die Auftakt- niederlage in Dortmund ein hauchdün- ner und ein deutlicher Sieg gegen den BVB. Nun beginnt die wohl schwierigste Aufgabe: den Erfolg zu bestätigen. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Anders als viele Titelträger zuvor muss- te die HSG keinen großen personellen Umbruch verkraften. Das Grundgerüst der Meistermannschaft ist zusam- mengeblieben. Leistungsträgerinnen wie Nieke Kühne, Laura Rüffieux, Ale - xia Hauf oder die internationale Achse mit den beiden Isländerinnen Diana und Elin Magnusdottir sollen erneut das Ge- sicht der Mannschaft prägen. Mit der langfristigen Vertragsverlängerung von Trainer Steffen Birkner setzte der Verein zudem früh ein Zeichen der Kontinuität. Dennoch gibt es Veränderungen. Links- außen Lilli Röpcke soll Ona Vegue erset-

zen, die nun für Pokalsieger Dortmund aufläuft und in ihrem ersten Pflichtspiel gleich auf ihren Ex-Klub trifft. Für zu - sätzliche Variabilität im Rückraum sorgt die polnische Nationalspielerin Karo- lina Jurenczyk, die aus Lubin nach Lip- pe wechselt. Beide Neuzugänge sollen helfen, die deutlich höhere Belastung durch Bundesliga, DHB-Pokal und die Premiere in der Champions League auf- zufangen. Die größte Herausforderung wird ohne- hin nicht die Qualität des Kaders sein, sondern der Umgang mit der neuen Rolle. Nach Jahren als Außenseiter ge- hört Blomberg nun zu den Mannschaf- ten, die jeder schlagen möchte. Über- raschungseffekte gibt es nicht mehr, stattdessen wächst der Erwartungs- druck – von außen ebenso wie im eige- nen Umfeld. Trainer Steffen Birkner sieht darin je - doch vor allem eine Chance. „Wir haben uns diesen Status hart erarbeitet. Jetzt wollen wir zeigen, dass unser Erfolg kein Zufall war“, betont der Coach. Gleich- zeitig mahnt er zur Bodenständigkeit: Entscheidend sei, dass die Mannschaft ihre Identität bewahre – mit Geschlos- senheit, aggressiver Abwehrarbeit, ho-

hem Tempo und großem Teamgeist. Auch aus der Mannschaft kommen ähnliche Töne. Rückraumspielerin Nieke Kühne, die zur Spielerin der Saison der Alsco HBF gewählt wurde, macht deut- lich, dass der Titel zwar unvergesslich bleibe, die neue Saison aber wieder von vorne beginne. „Jede Mannschaft star- tet mit null Punkten. Wir wissen, dass wir uns jeden Erfolg erneut verdienen müssen. Torhüterin Melanie Veith, die die Saison schwangerschaftsbedingt verpasst hebt vor allem den Zusam- menhalt hervor: „Unsere größte Quali- tät ist, dass jede Spielerin Verantwor- tung übernimmt und wir füreinander kämpfen.“ Die mit der Meisterschaft gekrönte Saison 2025/26 begann mit einer dra- matischen Niederlage: nach deutlicher 13:4-Führung verlor die Birkner-Truppe die Partie um den Super Cup in München 30:31 gegen den Thüringer HC: in der European League folgte das Aus nach der Gruppenphase, im DHB-Pokal verlor man das Halbfinale ausgerechnet gegen den späteren Pokalsieger Dortmund. Aber alle diese Resultate interessierten jedoch niemanden mehr, als die Meis- terschale nach oben gerissen wurde.

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