Rexel Super Cup 2026 - Das offizielle Magazin

Chance, sich zu beweisen. Die Klubs haben verstanden, wie wichtig die ei- gene Nachwuchsförderung ist und auf deutsche Spieler zu setzen. Vor einigen Wochen wurde die weib- liche U20-Nationalmannschaft Welt- meister. Können diese Talente in der HBF die Plätze einnehmen, die durch den Weggang einiger Stars nun frei sind? Andreas Thiel: Das ist definitiv eine gute Generation, wir haben Riesenta- lente. Ich hoffe, dass diese Spielerin - nen ihre Spielzeiten in der 1. Liga er- halten. Wenn sie in der HBF Fuß fassen, sind da einige Kandidatinnen für Frau- en-Bundestrainer Markus Gaugisch dabei. Was uns stolz macht: alle diese Spielerinnen wurden in unseren Klubs ausgebildet, so schlecht kann die Liga also nicht sein. Was die Wechsel ins Ausland betrifft, haben diese einen zentralen Grund: das Geld. Wir müs- sen noch mehr Kohle in den deutschen Frauenhandball bringen, dann können wir solche Spielerinnen künftig auch halten. Trotz aller internationaler Stars – wie wichtig sind die Erfolge der National- mannschaft für die HBL, was Medienin- teresse und Zuschauerzahlen betrifft? Uwe Schwenker: Die Nationalmann- schaft ist immer die Lokomotive für den Sport und wenn man sich die ak- tuelle Mannschaft anschaut, ist sie noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Deswegen freuen wir uns alle so auf die Heim-WM 2027 und die Turniere 2029 und 2032, die wir mit Frankreich ver- anstalten. Wir sind jetzt hinter Däne- mark auf einem Niveau mit Frankreich, aber dahinter kommen immer mehr Topnationen wie Portugal, Schweden oder Kroatien. Da darf man sich nicht ausruhen. Und was kann Deutschland bei der Heim-WM sportlich erreichen – end- lich einmal ein Finale gegen Dänemark gewinnen? Uwe Schwenker: Ich freue mich, wenn die Mannschaft ins Halbfinale einzieht, dann sehen wir weiter. Andreas Thiel: Wäre Justus Fischer nicht ausgefallen und hätte Tom Kiesler nicht die frühe unberechtigte Rote Karte erhalten, wäre Dänemark schon im Januar reif gewesen. Mit der Achse Andreas Wolff, Julian Köster und Johannes Golla wird diese Mannschaft am 31. Januar 2027 im WM-Finale ste- hen.

Uwe Schwenker: Wir haben seiner- zeit auf ein Start-up gesetzt und da- bei speziell auf die Person Christian Seifert. Das war vielleicht eine mutige Entscheidung, aber sie hat sich mitt- lerweile absolut bewährt. Die Klubs und die Fans sehen, wie sich das Produkt entwickelt hat, wie diese Partnerschaft gewachsen ist. Da wurde so viel auf den Weg gebracht und Dyn ist auf jeden Fall das „Home of Handball“ mit Liveüber- tragungen von allen wichtigen Wettbe- werben. Der neue Vertrag bis 2032 gibt allen Seiten Planungssicherheit und das Endprodukt kommt allen zugute. Durch die Champions-League-Reform spielen jetzt drei statt zwei HBL-Teams in der Königsklasse. Welche Chancen sehen Sie für dieses Trio? Und wird die HBL ihre Vormachtstellung in der Euro- pean League behalten? Uwe Schwenker: Es war wichtig, dass die HBL diesen dritten Startplatz be- kommt, das hat dann auch die EHF eingesehen. Generell bin ich sehr ge- spannt auf beide Wettbewerbe. Durch die CL-Reform wird die European League aufgewertet, da kommen nach der Gruppenphase zahlreiche Champi- ons-League-Teilnehmer dazu, deswe- gen wird es spannend, wer sich fürs Fi- nalturnier in Hamburg qualifiziert. Was die Champions League betrifft, bin ich gespannt, wie sich die MT Melsungen bei ihrer Premiere schlägt. Die HBF ist ebenfalls mit sechs Mann- schaften international vertreten, davon zwei in der Champions League – wie wichtig ist das für das Standing der Liga? Andreas Thiel: Wenn die Hälfte der Liga in Champions League und European League spielt, zeigt es, dass hier nicht so schlechte Arbeit gemacht wird. In

der European League waren wir in den letzten Jahren immer beim Final4-Tur- nier dabei. Was die beiden Champions- League-Teilnehmer betrifft, wäre es ein erfolgreiches Jahr, wenn beide die Play-offs erreichen. Ein CL Final4-Tur - nier ist aktuell noch weit weg. In Sachen Transfers ist das Bild bei Männer- und Frauen-Bundesligen kon- trär: viele Stars kommen in die HBL, ein paar Top-Spielerinnen haben die HBF verlassen. Was macht die HBL so at- traktiv? Uwe Schwenker: Ich sehe zwei Ent- wicklungen: viele große Namen kom- men in die HBL, aber auch unsere Na- tionalspieler gehen ins Ausland: siehe Juri Knorr in Aalborg oder künftig Re- nars Uscins in Paris. Das ist gut für unsere Nationalmannschaft, das ist generell ein guter Weg, denn es geht nicht nur in eine Richtung. Natürlich zeigen die Wechsel der Dujshebaev- Brüder oder nächstes Jahr Dika Mem und die Costa-Brüder, welche Strahl- kraft die HBL hat. Was aber genauso wichtig ist: unsere Talente haben die

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