MATTHIAS MUSCHE : „AUF ALLEN DREI HOCHZEITEN BIS ZUM LETZTEN TAG TANZEN“
Matthias Musche: Bei einem solchen Turnier kann leider alles passieren. Wir haben uns in den letzten Jahren einiges erarbeitet und stellen eine der besten Mannschaften der Welt. Wir sind ein Team mit großer Qualität – doch in einem Spiel ist alles möglich. Wir wol- len immer gewinnen, wissen aber auch, wie es in Köln ablaufen kann. Letztes Jahr hat Balingen beispielsweise als Zweitligist gegen die Rhein-Neckar Lö- wen gewonnen und insgesamt überra- gend mitgespielt. Wie bewerten Sie den aktuellen Saison- verlauf des SCM? Matthias Musche: In der Champions League war es unser Ziel, nach der Gruppenphase den ersten oder zwei- ten Platz zu belegen, um direkt ins Viertelfinale einzuziehen. Das haben wir geschafft. Dabei möchte ich auch nicht negativ bewerten, dass wir am Schluss zweimal verloren haben. Ins- gesamt haben wir aktuell eine fantas- tische Ausgangsposition: Wir sind Ers- ter in der Liga, stehen im Pokal-Final4 und im Viertelfinale der Champions League. Bis jetzt läuft alles perfekt. Die Titel werden aber erst später vergeben. Unser Ziel ist es, bis zum letzten Tag auf allen drei Hochzeiten mitzutanzen.
Matthias Musche beim Pokalsieg 2016
Matthias Musche ist der einzige Spie- ler aus dem aktuellen Magdeburger Kader, der schon 2016 mit dem SCM den DHB-Pokal gewonnen hatte. Zu- dem hat der 33-jährige Linksaußen viele besondere Erinnerungen an die LANXESS arena. Was verbinden Sie mit der LANXESS arena? Matthias Musche: Für mich ist das die Halle für die entscheidenden Spiele. Das begann 2019 mit der Heim-WM. Das war eine überragende Erfahrung und eine ganz andere Sache als die Finalturniere mit dem Verein. Über 19.000 Fans waren nur für uns da – das war sensationell gut. Danach kam der erste Erfolg in der Champions League, mittlerweile sogar schon der zweite. Aber den ersten Sieg vergisst man als Spieler ein Leben lang nicht. Dazu kommt natürlich noch der Pokal- sieg 2024 mit dem deutlichen Final- erfolg gegen Melsungen!
Matthias Musche: Natürlich! Aber die Leute denken immer nur an das Fina- le. Für mich war das Halbfinale gegen Berlin noch spezieller. Die Füchse wa- ren damals schon eine Top-Truppe und waren Zweiter in der Liga. Das war ein Hammer-Spiel. Und als Krönung ha- ben wir dann das Finale überraschend deutlich gewonnen. Zum ersten Mal haben Sie den DHB-Po- kal 2016 in Hamburg gewonnen – wel- che Erinnerungen haben Sie daran? Matthias Musche: Das war der erste Titel unter Bennet Wiegert als Trainer. Dort begann unsere Erfolgsgeschich- te und da haben wir das erste Mal ge- merkt, dass es funktionieren kann. Dass sich daraus etwas so Großes ent- wickeln würde, damit konnten aber selbst die kühnsten Optimisten nicht rechnen. Eine Parallele zu 2016 ist, dass der SCM auch dieses Jahr wieder im Halbfinale gegen den Bergischen HC spielt … Matthias Musche: Hoffentlich ist das ein gutes Omen. Wir waren 2016 gegen den BHC schon fast raus – zum Glück hat sich der Dreher von Arnor Gunnars- son mit dem Schlusspfiff wieder aus dem Tor rausgedreht. Am Ende haben wir nach Verlängerung gewonnen. Da- rauf kann ich dieses Mal gerne verzich- ten! Ich hoffe, dass wir es dieses Jahr schon in den 60 Minuten schaffen. Geht der SC Magdeburg als souveräner Bundesliga-Tabellenführer auch als Fa- vorit ins Lidl Final4?
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